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Reportagebericht Thailand - Seezigeuner Chao Leh Rawai
Foto Reportagen - Kategorieauswahl

Chao Leh - Seezigeuner zwischen Tradition und Moderne

Das Meer steht im Mittelpunkt der traditionellen Lebensweise und Kultur der Seenomaden. Das Wissen der Chao Leh über das Meer ist so einzigartig und ihr Leben mit dem Meer ist so außergewöhnlich, dass sie als Teil des Weltkulturerbes ihres Landes gezählt werden.

Das Volk hat sich kaum mit den Thailändern vermischt und konnte seine eigene Sprache und Tradition erhalten. Äußerlich unterscheiden sich die Chao Leh ein wenig von den Thais. Ihre Haut ist dunkler, sie haben meist gelocktes Haar mit rötlichem Schimmer oder Strähnen und buschigen Augenbrauen. Als matriarchalische Gesellschaft ist es für sie nichts außergewöhnliches, wenn Frauen Seite an Seite mit ihren Männern auf den Booten arbeiten und im dörflichen Leben kraftvoll anpacken. Als gesellschaftliche Randgruppe bestreiten sie aber eher einen ärmlichen Lebensunterhalt. Sie leben auch heute noch überwiegend vom Fischfang. Mit riesigen Reusen, die im Meer verankert werden, fangen sie Fische und Meerestiere. Die traditionellen Boote werden aus abgelagerten und belastbaren Holz selbst hergestellt.

Die Siedlung der Chao Leh in Rawai auf der Insel Phuket bedeckt eine Fläche von 200x400 Metern. In einem Meer aus Wellblechhäusern leben ca. 329 Familien. Den Seenomaden wurde das Grundstück vom thailändischen Staat zur Verfügung gestellt, allerdings ohne Anspruch auf eigene Landrechte. Ohne Kanalisation und fließendes Wasser mussten sich die Menschen in den vergangenen Jahrzehnten auf dem kleinen Stück Land zu Recht finden. Nun wollen die Thais ihr Landstück zurück und die Chao Leh können keinerlei Grundstücksrechte vorweisen. Sie kämpfen nun für ihre Rechte und die Erhaltung ihrer Traditionen und befinden sich in einer aussichtslosen Lage. Zudem häuft sich der Müll am Strand und in den engen Gassen der Siedlung. Alles pendelt zwischen Resignation einerseits und dem Kampf um ihr Land und die Aufrechterhaltung ihrer Kultur andererseits.

Die Chao Leh gehören dem Glauben der Animisten an. Nach alter Tradition werden auch heute noch die Geister der Meere mit Zeremonien beschwichtigt. Seit Jahrtausenden haben sie sich dieser religiösen Kultform verschrieben, die ihnen Schutz verspricht. Zur Begräbniszeremonie eines Verstorbenen gehört eine Trauerzeremonie, in der mit Kerzen und Räucherstäbchen dem Verstorbenen gedacht wird.

Die Seenomaden waren von der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 stark betroffen. Im Dorf Rawai wurden etliche Boote und Häuser zerstört. Mit Hilfe von Spendengeldern konnten die Häuser wieder aufgebaut und viele der Boote repariert werden. Mittlerweile ist wieder Alltag in das Dorfleben eingekehrt, obwohl die Spuren der Katastrophe noch sichtbar sind.

Viele der Ureinwohner Thailands konnten das Zurückweichen des Meeres vor der ersten Flutwelle, das Schreien der Vögel und andere außergewöhnliche Naturphänomene als Warnung interpretieren und suchten Zuflucht auf Hügeln und Kokospalmen. In vielen Ländern, in denen Naturvölker seit Jahrzehnten als „primitive Eingeborene“ diskriminiert werden, war die Überraschung groß, weil die indigenen Völker einen Wissensvorsprung gegenüber der modernen Welt haben, aufgrund ihrer ganz anderen Sicht des Lebens und ihrem tiefen Verständnis für die Natur.

Chao Leh

Die Fotoreportage entstand im März 2007


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