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Reise Fotografie - HDR
High Dynamic Range

Was ist ein HDR?

High Dynamic Range (HDR) ist eine diffuse Bezeichnung für ein Bild mit einem viel höheren Kontrastverhältnis als es in anderen Bildern zu finden ist. Ein normaler Monitor - Bildschirm, sowie Fernseher (Flachbildschirm wie Röhrengeräte) können den sehr großen Kontrastumfang von HDR-Fotos nicht darstellen.

Deshalb wird danach an den Bildern Tone-Mapping angewandt. Der Kontrastumfang wird dadurch sichtbar. Die Fotos sehen nachher zwar ziemlich unreal aus, aber sie sind dennoch sehr speziell. Die Fotos sehen danach ähnlich aus wie in hochauflösenden PC-Spielen. Dieser Effekt wird vor allem durch die starken Konturen und die hohe Bildschärfe bei HDR Fotos hervorgerufen.

HDR Foto

Was benötigt man für ein HDR?

Der große Dynamikumfang von HDR wird ermöglicht, indem z.B. mehrere Aufnahmen mit verschiedener Belichtung gemacht und danach zusammengesetzt werden, wobei für jeden unterschiedlichen Helligkeitsbereich des Bildes die optimal belichtete Version verwendet wird, sodass Über- und Unterbelichtung stark reduziert werden. Damit wird der Dynamikumfang von HDR-Bildern dem des menschlichen Auges angenähert.

Reicht eine RAW-Datei aus für ein HDR ?

Nein! Man kann aus einer einzigen Aufnahme kein echtes HDR-Bild erzeugen. Selbst mit einem RAW-Bild ist es nicht möglich mehr aus einer Aufnahme herauszuholen als drinsteckt. Aus diesem Grund nennt man Bilder, die aus nur einer Aufnahme erstellt werden auch „Pseudo-HDR“.

Auch wenn fünf oder mehr künstlich unter- und überlichtete Abzüge aus einer Aufnahme erstellt werden, lässt sich der Kontrastumfang nicht weiter als um eine bis zwei Belichtungsstufen erhöhen. Die Ergebnisse können nicht annähernd mit den HDR-Bildern aus einer Belichtungsreihe mithalten. Einzig bei bewegten Motiven ist es ein Versuch wert, mit Hilfe eines Pseudo-HDRs etwas mehr Kontrast aus der Motivszene herauszuholen.

Wie Fotografiere ich für HDR?

Für den Anfang sollte das gewählte Motiv möglichst ein Objekt sein, welches unbewegt ist, da es unter Umständen schwer sein kann, Verwacklungen zu korrigieren. Ein Auto oder eine Statue in Verbindung mit einem Stativ sind für den Anfang ein gutes Motiv.

Nun werden 3 Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung gemacht. Entweder stellt man direkt den EV Wert ein und macht seine 3 Aufnahmen oder man stellt die Belichtungszeit manuell um.

Bei Digitalkameras kann der EV-Wert meist nur auf -2/0/+2 gesetzt werden. Das reicht aber in den meisten Fällen auch aus.

EV-Wert

Somit haben wir nun ein normalbelichtetes, ein überbelichtetes, und unterbelichtetes Foto.

normalbelichtet überbelichtet unterbelichtet

Man sollte darauf achten, möglichst den ISO-Wert niedrig zu halten um mögliche Störungen und Bildrauschen zu vermeiden. Diese werden nämlich beim Tonemapping verstärkt, was zu einem schlechten Bild führt.

Nun benötigen wir ein ein spezielles Programm um ein HDR-Foto zu erstellen. Ich persönlich nutze Photomatix Pro 3.

Das HDR mit Photomatix Pro 3 bearbeiten

Nachdem alle 3 Bilder mit der Software geöffnet wurden kommt man zu dem interessanten Teil der Bearbeitung, das Tonemapping.

Über den Button Tone Mapping wird das HDR-Bild direkt in das Vorschaufenster des Tone-Mapping- Dialogs befördert. Photomatix bietet zwei Methoden der Dynamikkompression an. Die Tone-Mapping-Methode "Details Enhancer" benutzt einen lokal arbeitenden Algorithmus, der Bilddetails in Abhängigkeit von ihrem Umfeld berücksichtigt. Diese Methode beansprucht zwar etwas mehr Rechenzeit als die globale Tone-Compressor-Methode, liefert jedoch in den meisten Fällen wesentlich bessere Ergebnisse. Der Tonemapping-Dialog öffnet sich mit den Standardeinstellungen, die unter Vorgaben jederzeit wieder eingestellt werden können.

Die Funktionen bei Photomatix

Stärke | Mit diesem Regler wird die Kontrastverstärkung eingestellt. Steht die Stärke auf 100%, ist die maximale Verstärkung des lokalen als auch des globalen Kontrastes erreicht. Beginnen sollte man mit einem Wert von etwa 40, der dann, je nach Motiv und den eigenen Vorstellungen, schrittweise erhöht wird.

Farbsättigung | Wie der Name schon sagt, regelt Photomatix hier die Sättigung der RGB-Farbkanäle. Dabei werden alle Kanäle gleichmäßig angepasst. Theoretisch lässt sich damit auch ein Graustufenbild erstellen, indem der Regler auf Null gezogen wird. Eine Graustufenumsetzung sollte jedoch erst im Bildbearbeitungsprogramm vorgenommen werden, da sich dort in der Regel wesentlich mehr Möglichkeiten zur Feinabstimmung bieten.

Kontrast glätten | Dieser Regler hat mit am meisten Einfluss auf den endgültigen Eindruck des Tonemapped-HDRI. Ein hoher Wert glättet die Lichtunterschiede im Bild, reduziert die Lichthöfe und sorgt für einen natürlichen Gesamteindruck. Je niedriger der Wert eingestellt wird, desto schärfer und plastischer wirkt das Bild. Das kann durchaus gewünscht sein und einen interessanten Effekt erzeugen. Ein Überreizen dieser Funktion kann aber auch richtiggehend nerven, und man sollte die Korrektur mit Bedacht einsetzen.

Helligkeit | Die Helligkeit des Bildes kann mit diesem Regler global angepasst werden. Zieht man den Regler nach rechts – in den positiven Bereich –, wird das Bild aufgehellt. Dementsprechend umgekehrt verhält sich die Wirkung, wenn der Regler nach links gezogen wird. Sofern man das Bild später im Bildbearbeitungsprogramm weiterbearbeiten will, sollte die Helligkeit an dieser Stelle nicht verändert werden. Die Tiefen und Lichter lassen sich – zum Beispiel in Photoshop – wesentlich komfortabler einstellen.

Tonwerte | Wenn das Bild noch im Bildbearbeitungsprogramm nachbearbeitet wird, solltet man vor allem die Einstellungen für den Weißpunkt und den Schwarzpunkt nahe 0% belassen. Der Effekt dieser Anpassungen ist vergleichbar mit einer Tonwertkorrektur, bei der Lichter und Tiefen beschnitten werden. Diese Anpassungen lassen sich in der Regel komfortabler im Bildbearbeitungsprogramm durchführen. Mit dem Regler Gamma können die Tonwerte der Mitten angepasst werden.

Unter den Reitern Farbe, Mikro und L/S findet man weitere Einstellmöglichkeiten zur Optimierung des Ergebnisses. Hier gilt es, je nach Motiv und vorherigen Einstellungen, den passenden und gewünschten Look, durch Ausprobieren, zu ermitteln. Dabei ist zu bemerken, dass diese Feinabstimmungen besser im professionellen Bildbearbeitungsprogramm aufgehoben sind. Zumal die Vorschau in Photomatix nicht immer exakt dem tatsächlichen Ergebnis entspricht.

Da jeder einen anderen Geschmack hat, gibt es auch keine Musterlösung! Jeder muss seinen eigenen Stil finden und ihn umsetzen.

 

 




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